Unsere Projekte 2025
Hier erhalten Sie eine Übersicht über unsere Projekte des Jahres 2025, über die Kooperationspartner, Förderer bzw. Finanzierung und wo Sie weitere Informationen zu den Projekten finden.
P25-01: Peer-Beratung bei Bipolaren Störungen
Aus eigener Erfahrung wissen wir, was für viele schwer zu begreifen ist. Wir kennen das Auf und Ab von Manien und Depressionen und verstehen die Auswirkungen, die sie mit sich bringen. Dennoch sind wir überzeugt: Es gibt für jede einen Weg, trotz und mit Bipolaren Störungen ein erfülltes Leben zu führen. Wir haben vielleicht nicht auf alle Fragen Antworten, unterstützen Betroffene, An- und Zugehörige sowie Fachkräfte jedoch dabei, eigene Wege zu finden.
Unsere etwa einstündige Beratung richtet sich an Betroffene, Angehörige, Freundinnen und Freunde sowie Kolleginnen und Kollegen. Sie ist kostenlos und auf Wunsch anonym. Beratungen wurden montags von 16 bis 18 Uhr im Tegeler Weg und an jedem zweiten Donnerstag von 17 bis 19 Uhr telefonisch angeboten. Im Jahr 2025 wurden an 72 Tagen Beratungen angeboten, die meist mitzwei, seltener nur mit einer Beratungskraft besetzt waren.
Etwa 60 % der Beratungen wurden von Menschen mit bipolarer Erkrankung in Anspruch genommen. 40 % der Beratungen wurden von Angehörigen oder Freundinnen und Freunden allein genutzt.
Das Beratungsteam von bipolaris e. V. bestand aus 13 selbst betroffenen Menschen, von denen zehn Beraterinnen und Berater regelmäßig zum Einsatz kamen. Alle Beratenden erhielten eine Qualifikation in personzentrierter Beratung. Die Präsenzberatung führten jeweils zwei Beratende gemeinsam durch. Ersatzpersonen standen jederzeit zur Verfügung. Die Beratenden erhielten pro Termin ein Honorar.
Die Wartezeit auf eine Beratung betrug zwischen einer und sechs Wochen.
👉 Projektseite Bipolar-Beratung
Kooperationspartner: keine
Förderer: 2025 ist es uns leider nicht gelungen, eine Förderung speziell für das Beratungsprojekt zu erhalten. Die Finanzierung geschieht aus dem laufenden Etat.
P25-02: „Neue technische Entwicklungen - Herausforderungen und Chancen für Selbsthilfe und Therapie“
Selbstwirksamkeit bedeutet, die innere Überzeugung zu besitzen, aktiv dazu beitragen zu können, schwierige oder herausfordernde Situationen erfolgreich zu bewältigen. Voraussetzung dafür sind sowohl ein Verständnis der eigenen Situation, ihrer Ursachen und Folgen, als auch der Wille, Veränderungen herbeizuführen, gepaart mit der Hoffnung, dass dies möglich ist.
In diesem Projekt beschäftigten wir uns mit den Auswirkungen neuer technischen Entwicklungen auf die Selbsthilfe und die Therapie psychischer Störungen. Dabei standen folgende Fragestellungen im Fokus:
1. Welche technischen Möglichkeiten und Anwendungen gibt es?
2. Welche Chancen und Risiken ergeben sich für Betroffene, Angehörige und die Gesellschaft?
3. Wie können technische Hilfsmittel, insbesondere soziale Medien, für die Selbsthilfearbeit und die Gewinnung neuer Mitglieder genutzt werden?
Ein Ziel war es, unser Wissen sowie das von Betroffenen, Angehörigen und Fachpersonal zu erweitern und insbesondere junge, digital affine Menschen für die Selbsthilfe und bipolaris zu begeistern. Gleichzeitig haben wir das Interesse an klassischen Selbsthilfethemen wie Komorbiditäten oder Therapieoptionen gefördert und den persönlichen Erfahrungsaustausch als zentrale Stärke der Selbsthilfe weiterhin in den Fokus gerückt.
Im Rahmen des Projekts wurden verschiedene Veranstaltungen durchgeführt:
Welttag der Bipolaren Störung – Kino & Gespräch
Am 31.03.2025 haben wir den Film „Empire of Light“ vor 220 Zuschauer:innen gezeigt. Im anschließenden Filmgespräch wurde der Einsatz von Digitalen Gesundheitsanwendungen thematisiert.
👉 www.bipolaris.de/welttag-2025/
Informationstag
Der 22. bipolaris-Infotag fand am 18. Oktober unter dem Titel „Ich – analog und digital“ statt. Aufgrund einer sehr kurzfristigen Terminverschiebung verzeichneten wir mit 120 Besuchenden etwas weniger Teilnehmende als üblich. Am Vormittag standen KI und digitale Gesundheitsanwendungen in Vorträgen im Fokus. Am Nachmittag wurden diese Themen in Workshops vertieft. Weitere Inhalte der acht Workshops waren unter anderem Sucht, Angehörige sowie Arbeiten mit Bipolare Störung. Außerdem wurde der Film „Ich bin ich“ gezeigt. Sowohl die Depressionsbox als auch die Dokumentation von DER MARKT & DER LAUF 2025 feierten dort ihre Premiere.
👉 www.bipolaris.de/infotag2025/
Ich bin ich – Filmvorführung und Gespräch
Der Dokumentarfilm „Ich bin ich – ich bin mehr als meine Diagnose“ lässt krisenerfahrene Menschen zu Wort kommen, die sich nicht auf ihre Diagnose reduzieren lassen. Insgesamt stehen 50 Menschen – Erfahrene, Angehörige und Fachleute – vor der Kamera. Auch krisenerfahrene Psychiater zeigen Gesicht. Unter den Protagonistinnen und Protagonisten sind mehrere Mitglieder von bipolaris e. V.. Am 4. Juni fand die Premiere im CineMotion Hohenschönhausen mit rund 300 Besuchenden statt. Dort war bipolaris Kooperationspartner. Am 24. September zeigte bipolaris den Film in Kooperation mit dem Vivantes Klinikum Am Urban im Moviemento. Leider fasste der Kinosaal nur 100 Besuchende, sodass viele Interessierte nicht teilnehmen konnten. Im Anschluss an beide Vorführungen gab es Filmgespräche mit den Protagonistinnen und Protagonisten sowie weiteren Expertinnen und Experten.
👉 www.bipolaris.de/2025/06/04/ich-bin-ich-kino-und-diskussion/
👉 www.bipolaris.de/ich-bin-ich/
Lesung „Die Reise von Fräulein Maus“
Am 10.11.2025 lud bipolaris zu einer musikalischen Lesung des Buches „Die Reise von Fräulein Maus“ ein. Bei ihrem Vortrag wurde die Autorin Eléonore Vanoli musikalisch von Kerstin Kaernbach begleitet. Rund 60 Personen nahmen an der Lesung mit anschließender Diskussion teil.
DGPPN-Jahrestagung
Bei der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde vom 26. bis 29. November war bipolaris mit einem eigenen Stand vertreten. Die Depressionsbox und die Maniebox wurden jeweils von rund 150 Kongressteilnehmenden besucht. In zahlreichen Gesprächen konnten wir Fachpersonal über die Bipolare Störung und Selbsthilfe informieren.
👉 www.bipolaris.de/2025/11/26/dgppn-kongress-2025/
Die Veranstaltungen des Projekts trugen wesentlich dazu bei, die Selbstwirksamkeit von Menschen mit Bipolare Störung und ihrer Angehörigen zu stärken. Durch die Kombination aus Informationsvermittlung, Erfahrungsaustausch und praxisnahen Angeboten wurden sowohl Betroffene als auch Fachpersonen erreicht.
Der trialogische Austausch zwischen Betroffenen, Angehörigen und Fachleuten förderte das gegenseitige Verständnis und stärkte die Vernetzung der beteiligten Gruppen.
Kooperationspartner:
Kooperationspartner :
· Für den Welttag der Bipolaren Störung: Departement für seelische Gesundheit am Vivantes Humboldt-Klinikum
· Für die Filmvorführung „Ich bin ich“: Filmprojekt „Irrsinnig Menschlich“; Vivantes Klinikum Am Urban, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie
Förderer: Das Projekt wurde im Rahmen der Selbsthilfeförderung nach § 20 h SGB V durch die Techniker Krankenkasse mit 17.906,18 € gefördert.
P25-03: Verbesserung und konkrete Planung der Öffentlichkeitsarbeit sowie der Vernetzung
Dieses Projekt setzte das im Jahr 2024 begonnene Vorhaben fort. Ziel war es, die Zusammenarbeit der bei bipolaris aktiven Menschen zu stärken, die Öffentlichkeitsarbeit – insbesondere in den sozialen Medien – weiterzuentwickeln und gezielt neue, jüngere Mitglieder sowie engagierte Mitstreiterinnen und Mitstreiter zu gewinnen.
Hierfür veranstaltete bipolaris eine dreitägige Klausurtagung, auf der eine Vision für die zukünftige Öffentlichkeitsarbeit entwickelt wurde. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie jüngere Menschen besser angesprochen und für eine aktive Beteiligung gewonnen werden können.
Dabei wurden zahlreiche Ideen gesammelt, die nun schrittweise umgesetzt werden. So wurde auch die Arbeit an unserem Social-Media-Auftritt verbessert.
Kooperationspartner: keine
Förderer: Dieses Projekt wurde durch die BARMER im Rahmen der Selbsthilfeförderung nach § 20 h SGB V mit 12.500 € gefördert
P25-04: DER LAUF & DER MARKT für seelische Gesundheit 2025
Unser Schwerpunkt 2025: Selbsthilfe
Auch 2025 war DER LAUF & DER MARKT für seelische Gesundheit das aufwendigste Projekt von bipolaris. Die Veranstaltung setzte erneut ein starkes Zeichen gegen die Stigmatisierung psychischer Erkrankungen.
Der MARKT für seelische Gesundheit
Der MARKT fand am 23. Mai 2025 von 13:00 bis 18:30 Uhr auf der Freifläche zwischen dem Klinikum Am Urban und dem Urbanhafen statt. Mit 75 teilnehmenden Organisationen und Projekten an 65 Marktständen wurde das ursprünglich gesetzte Ziel von 70 Organisationen und 55 Ständen deutlich übertroffen.
Das Bühnenprogramm setzte einen klaren Schwerpunkt auf die Vorstellung von Selbsthilfe- und Unterstützungsmöglichkeiten. Beiträge von exPEERienced e.V., der MUT-Tour, Genesungsbegleitenden sowie Aktiven aus Selbsthilfegruppen verdeutlichten unterschiedliche Aspekte von Selbsthilfe, Recovery, Empowerment und Peer-Support. Als musikalischer Act begeisterte der bekannte Musiker BENNE die Besuchenden des MARKTs.
Mehr als 2.000 Besucherinnen und Besucher kamen zur Veranstaltung. Eine Online-Umfrage unter den Anbieter bestätigte erneut eine hohe Zufriedenheit. Viele berichteten von regem Interesse und intensiven Gesprächen mit den Gästen. Besonders positiv wurde die Möglichkeit zur Vernetzung unter den Anbietern selbst hervorgehoben, die als wertvoller Bestandteil des MARKTs wahrgenommen wurde.
Weitere Informationen zu den Angeboten, dem Bühnenprogramm und fotografische Eindrücke sind hier
abrufbar:
👉
https://der-markt.berlin/der-markt-der-lauf-fuer-seelische-gesundheit-2025/markt25
DER LAUF für seelische Gesundheit
DER LAUF fand am selben Tag ab 16 Uhr rund um den Urbanhafen statt, mit Start und Ziel auf dem MARKT-Gelände. Mit 340 Teilnehmenden verzeichnete die Veranstaltung einen Anstieg von 10 % im Vergleich zu 2024. Besonders erfolgreich war das neue Angebot eines Staffellaufs für Vereine und Unternehmen.
Damit wurde auch das Ziel erreicht, Menschen für die Veranstaltung zu gewinnen, die sich bislang wenig mit psychischen Erkrankungen befasst hatten.
Fachveranstaltung Resilienz der Selbsthilfe – wir machen uns stark
Gemeinsam mit dem Referat Selbsthilfe des Paritätischer Wohlfahrtsverband Berlin führten wir von 9:30 bis 13:00 Uhr die Fachveranstaltung „Resilienz der Selbsthilfe“ durch.
Mit dieser Veranstaltung richteten wir uns an Menschen, die sich aktiv in Selbsthilfegruppen oder Selbsthilfeorganisationen engagieren, sowie an Fachkräfte, die sich professionell mit dem Thema Selbsthilfe befassen.
Die 70 Teilnehmenden erhielten in zwei Fachvorträgen und einer moderierten Gesprächsrunde praxisnahe Impulse dazu, wie Selbsthilfegruppen und -organisationen resilienter werden können und wie es gelingen kann, neue Engagierte zu gewinnen, ohne sie zu überfordern.
Es konnten mehrere tausend Menschen in Berlin und der Region direkt erreicht und über passgenaue Hilfsangebote sowie Möglichkeiten der Selbsthilfe informiert werden. Zu den Zielgruppen gehörten Betroffene, Angehörige und zahlreiche Multiplikatorinnen und Multiplikatoren, darunter Ärztinnen und Ärzte, Fachkräfte sowie Selbsthilfe-Engagierte.
Begleitet wurde die Veranstaltung von einer umfangreichen Öffentlichkeitskampagne. In allen Berliner Bürgerämtern wurde über einen Zeitraum von sechs Wochen stündlich viermal ein Spot zu DER LAUF & DER MARKT ausgestrahlt. Ein 90-sekündiger Promotionfilm warb bei mehreren Kinoveranstaltungen, zudem wurde eine fünfminütige filmische Dokumentation der Veranstaltung erstellt. Darüber hinaus wurden über 66.000 Flyer verschickt und bei Berliner Sportveranstaltungen verteilt.
Kooperationspartner und Förderer:
· Förderung 30.000 € aus Mitteln der ⇗Lottostiftung Berlin,
·
Vivantes Klinikum im Friedrichshain und Klinikum Am Urban
-
Kliniken für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik
mit FRITZ & soulspace.
Die weitere Finanzierung erfolgte über Teilnahmegebühren der Informationsstandbetreibenden sowie Teilnahmebeiträge der Läuferinnen und Läufer.
Menschen, die selbst keine schweren psychischen Krisen erlebt haben, verfügen oft über wenig Wissen darüber und können sich nur schwer vorstellen, wie es sich anfühlt, eine solche Krise zu durchleben. Mit der 2024 gedrehten Manie-Box konnten wir einen Einblick in das Erleben einer Manie ermöglichen und dieses schwer greifbare Thema anschaulicher machen. 2025 realisierten wir nun die Depressions-Box.
Hierfür wurde ein etwa fünfminütiger Film produziert, der die Perspektive einer Person zeigt, die gerade eine Depression erlebt. Der Film wird bei Veranstaltungen in einer speziell gestalteten „Box“ gezeigt und zusätzlich als Vorfilm im Kino präsentiert. So schaffen wir Raum für Verständnis und Dialog über dieses oft missverstandene Thema.
Manie-Box und Depressions-Box kamen bei mehreren Veranstaltungen zum Einsatz.
Die Reaktionen waren durchweg positiv. Betroffene berichteten, dass sie sich in der Darstellung wiedererkannten und ähnliche Erlebnisse schilderten. Angehörige und Fachpersonal äußerten, dass sie ein tieferes Verständnis für das Erleben einer Manie beziehungsweise einer Depression gewannen. Auch erfahrene Psychiaterinnen und Psychotherapeuten bestätigten, dass der Film neue Einblicke in das Thema vermittelte.
Kooperationspartner: keine
Förderer: Dieses Projekt wurde im Rahmen der Selbsthilfeförderung nach § 20 h SGB V mit 7.840 € durch AOK Nordost – Die Gesundheitskasse gefördert.
Um die Qualität des Beratungsangebots langfristig zu sichern und weiterzuentwickeln, wurde im Jahr 2025 eine Fortbildung für das Beratungsteam durchgeführt. Ziel des Projekts war es, die fachlichen und methodischen Kompetenzen der Beratenden durch eine Schulung in personenzentrierter Beratung nach Carl Rogers zu erweitern.
Insgesamt nahmen bis zu 15 Personen an der Schulung teil. Die Teilnehmenden verfügen über eigene Erfahrungen mit der Bipolare Störung – entweder als Betroffene oder als Angehörige. Die Schulung trug dazu bei, die Qualität der Peer-Beratung langfristig zu sichern und weiterzuentwickeln sowie die Zahl der Beratenden besser an die Nachfrage anzupassen.
Förderer: Dieses Projekt wurde im Rahmen der Selbsthilfeförderung nach § 20 h SGB V von der DAK-Gesundheit mit 3.036,60 € gefördert.
P25-07 Laufen für die Psyche
Im Rahmen dieses Projekts sollten spezielle Laufangebote für Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen angeboten werden. Leider konnte das Vorhaben aufgrund des Mangels an geeignetem Personal bei unserem Projektpartner nicht umgesetzt werden.





